36 Bachkantaten in 2010

Die Evangelische Kirchen im Ruhrgebiet starten Zyklus mit 36 Bachkantaten zur Kulturhauptstadt. ...

 

...  Die Aufführung der Kantate „Sie werden aus Saba alle kommen“ am Sonntag, 10. Januar in der Essener Marktkirche bildete den Auftakt für einen Zyklus von Bachkantaten, der bis zum Jahresende unter der Überschrift "Momente der Ewigkeit" das ganze Ruhrgebiet durchziehen wird. Wie der Initiator der Reihe, der Essener Kreiskantor Thomas Rudolph, heute vor Journalisten mitteilte, werde jede der insgesamt 36 Aufführungen in einer anderen Kirche stattfinden: Die Veranstaltungsorte verteilten sich auf 13 Städte von Duisburg bis Hamm, sagte Rudolph. „Wir verstehen die Aufführungen, die Teil des Kulturhauptstadt-Programms der Evangelischen Kirchen im Ruhrgebiet sind, als ‚musikalisch-liturgische Atempausen’ im Veranstaltungsjahr", erläuterte Pfarrer Andreas Volke, geschäftsführender Leiter des Evangelischen Kulturbüros Ruhr.2010, das Konzept.  

Jede Kantate wird an dem Sonntag im Kirchenjahr erklingen, für den sie Johann Sebastian Bach einst komponiert hat. In der Form sind die Aufführungen den sogenannten „Geistlichen Abendmusiken“ nachempfunden und in einen liturgischen Rahmen eingebettet. Jede Predigt wird neben historischen und kunstgeschichtlichen Aspekten immer auch die Bedeutung erschließen, die Bachs Kantatenwerk für die Gegenwart hat: „Indem wir einen Bogen von dem Schaffen des großen evangelischen Komponisten bis in die heutige Zeit hinein mit ihren drängenden existenziellen Fragen schlagen, vergewissern wir uns einerseits unserer christlichen Tradition, machen sie andererseits aber auch für die jetzige Generation nutzbar“, erklärte Andreas Volke. Außer Theologen konnten Historiker und Musikwissenschaftler für die Ansprachen gewonnen werden. Jede Aufführung wird durch Musiken ergänzt, die mit der jeweils dargebotenen Kantate korrespondieren – dies können weitere Bachkantaten, aber auch Stücke anderer Komponisten aus anderen musikalischen Epochen sein. Den Schluss bilden immer das Vaterunser und ein Segenswort.  

 „Der Kantaten-Zyklus ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass die Kulturhauptstadt aus Sicht der Kirchen im Ruhrgebiet schon heute als Erfolg zu bewerten ist“, sagte Thomas Rudolph, der die Reihe mit initiiert hat: „Zunächst sollten die Aufführungen auf Essen begrenzt sein. Doch die Idee begeisterte viele meiner Kolleginnen und Kollegen in den anderen Kirchenkreisen dermaßen, dass sich schnell ein eigenes Netzwerk bildete und das Projekt immer weitere Kreise zog – auch über die Grenze der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen, die mitten durch das Ruhrgebiet verläuft, hinaus.“ Mit dem christlichen Hilfswerk „Compassion Stiftung Deutschland“ konnte zudem ein großzügiger Sponsor gewonnen werden, der die Finanzierung auf eine tragfähige Grundlage stellte. Einzelne Kirchenkreise gewannen weitere Förderer hinzu – so werden die Essener Aufführungen auch durch die Adolphi-Stiftung, die Alfred und Cläre Pott-Stiftung und die Neue Ruhr Zeitung (NRZ) finanziell unterstützt. „Die Zuhörer können sich deshalb auf künstlerisch hochkarätige Aufführungen mit renommierten Solisten und Orchestern aus dem Ruhrgebiet freuen – und das alles bei freiem Eintritt“, kündigte Rudolph an.  

Mit dreizehn Bachkantaten bildet der Kirchenkreis Essen einen Schwerpunkt innerhalb der Reihe; weitere Aufführungen finden in Duisburg, Herne, Marl, Dortmund, Oberhausen, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Mülheim, Lünen, Bochum, Velbert und Hamm statt. Der Eintritt ist frei, der Beginn immer um 18 Uhr.

Alle 36 Termine finden sich im Internet auf www.evangelisch2010.de, die Essener Termine zusätzlich auch auf www.kulturkirche-essen.de.

Bild: Pressestelle Kirchenkreis Essen/Von links nach rechts: Pfarrer Andreas Volke, Superintendent Irmenfried Mundt und Kreiskantor Thomas Rudolph.

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